Projekt Flummigrün: Verlagssuche 2026 (G00013)

800 Wörter. 3 Minuten. 0 KI-Inhalte. Mit Bildchen! tl;dr-Version: Ich habe Projekt Flummigrün an acht Verlage geschickt!

Projekt Flummigrün ist schon seltsam. Obwohl es einem Genre angehört, das ich überhaupt nicht bediene, purzelten die Worte nur so dahin. Zugegeben schürte ein kruder Kohleklumpen meiner kaputten Kindheit das kreative Feuer, aber dennoch! Jetzt ist es fertig, und das garantiert ohne Infodumps, ohne Blutlachen und ohne komplizierten Weltenbau! 🥳

Die große Masse dauerte nur ein knappes Jahr, und erfahrungsgemäß ist der Erstentwurf mies. Als ich aber nach kurzer Ruhezeit die Erstüberarbeitung wagte, war ich überrascht. Bis auf die obligatorische Tilgung von Füllwörtern, Dubletten und Satzumstellungen stieß ich auf keine großen Baustellen.

Ein professionelles Lektorat wird natürlich hüsteln und das Manuskript vermutlich dennoch zerfetzen. Ich selbst aber halte es für ein stimmiges, solides Werk. Daher will ich 2026 die Verlagssuche wagen. Mehr gibt es an der Stelle hier auch nicht zu berichten, und gleich kommen Bilder! 😃

Meist kommt hier die Frage, warum ich nicht selbst verlege. Pro Normseite (1.500 Wörter) kostet ein Korrektorat circa 3 €, ein Lektorat schlägt mit etwa 5 € zu Buche (pun intended). Summiert sind das bei 530 Normseiten 1.600 € fürs Korrektorat und 2.700 € fürs Lektorat. Dann braucht es noch ein professionelles Cover, etwa 2.000 €. Sind dann schon 6.300 € für ein lektoriertes Buch mit Cover. Also im Grunde eine korrigierte Textdatei und eine tolle Bilddatei, die in meinem E-Mail-Fach liegen – während noch keine Sekunde und kein Cent in Marketing gesteckt wurden.

Kurz gesagt: Ich besitze nicht die finanziellen Mittel, und auch nicht mehr die Lebensenergie, das zusätzlich zu stemmen. Die Uhr tickt mittlerweile lauter, und es gibt noch so viel zu schreiben!

Aber hey! Im Endeffekt ist ja alles ganz leicht, wenn es nach so mancher Vorstellung gut gemeinter Tipps in meinem Umfeld geht! Und wenn ich es so bedenke, haben all die Ratschläge recht! Denn schaut nur, wie leicht alles ist:

Wir beginnen mit ein paar Stunden einfachen Schreibens, bis das Buch eben fertig ist. Wichtig ist, in Papyrus die Vorlage „Entspanntes Schreiben“ zu wählen. Da man im Grunde ja nur so etwas wie Harry Potter oder Der Herr der Ringe schreiben muss, ist es nicht notwendig, viel Zeit in Charakterentwicklung, Recherche oder Storyboard zu investieren. Sich Figuren ausleihen ist völlig legitim, und Story ist nicht so wichtig. Einfach schreiben also! Es ist so leicht, das kann jeder!
Da wir dann ja eh schon fertig sind mit dem Buch, schauen wir einfach nach, welche Verlage in Betracht kommen. Das dauert in der Regel nur wenige Minuten, da jede Suchmaschine sofort das Benötigte ausspuckt und jeder Verlag grundsätzlich immer und alles sucht. Zusätzlicher Glücksumstand: Es gibt im Grunde nur eine Handvoll Verlage, und man kann grundsätzlich jedem Verlag sein Manuskript schicken. Durch die Vernetzung leiten die das liebend gerne weiter, sollte man ein Kochbuch versehentlich an einen Fantasy-Verlag geschickt haben.
Wie wir soeben lernten, ist jeder Verlag gleich; ergo arbeitet auch jeder gleich. Nur der Name unterscheidet sich. Man kann im Grunde frei wählen! Freilich reduziert das eine ansonsten lange Suche zu einem kurzen Finden. Deshalb ist es auch nie nötig, nachzusehen, was ein Verlag verlangt. Verlag ist schließlich Verlag! Und jeder Verlag hat nur auf das Buch gewartet und die Druckmaschinen bereits vorgewärmt.
Anschließend verfassen wir das Exposé. Das ist das Leichteste von allen Dingen. Eine Bagatelle, wenn man so will. Wir kennen das Buch schon so gut, da ist eine Zusammenfassung ein Fingerschnippen von Tippen. Veranschlagte Zeit hier: circa 15 Minuten. Höchstens. Es ist ja schließlich lediglich das Buch, nur in kurz. So lange kann ein Reduzieren aufs Wesentliche ja nicht dauern.
Im Grunde ist das gleich geschehen, und es bedarf nach dem ersten simplen Zusammenfassen keinerlei weiterer Überarbeitung. Durch die viele Schreiberfahrung sitzt bereits alles von Anfang an, und bereits die erste Version ist final.
Da das Verlagswesen auf Standards aufbaut, benötigt jeder Verlag das exakt gleiche Exposé. Eigentlich ist es nur reine Formalität, da ohnehin jeder Verlag jedes Werk nimmt – man muss das Exposé einfach nur hinschicken. Uns Autoren erleichtert es das Prozedere, da es den Aufwand auf faktisch null reduziert. Und das, obwohl das Schreiben selbst schon mit keinerlei Aufwand verbunden ist. Bisschen tippeln – das zählt noch nicht einmal als Hobby oder sinnvolle Tätigkeit, also sollten wir alle nicht so gegenteilig tun.

Voilà! Ja, so leicht ist es!

Nach Einsendung des Exposés samt Manuskripts dauert es ungefähr fünfzehn Werktage, bis eine Zusage eintrudelt. Häufiges, am besten zweitägiges Anrufen und Nachfragen via E-Mail kann dieses Prozedere deutlich beschleunigen.

Eine weitere Woche sind noch das Korrektorat und das Lektorat beschäftigt. Zwei Tage früher ist der Coverdesigner fertig, der den Auftrag schon ersehnte und endlich loslegen konnte. Alles ist final! Ungefähr innerhalb des nächsten Monats kann man dann bereits mit dem ersten vierstelligen Honorar rechnen. Fünfstellig sogar, wenn Netflix derzeit freie Ressourcen hat und das Werk noch in diesem Jahr in die Kinos bringt. Zu diesem Zeitpunkt sollten bereits um zig Hunderttausend Exemplare verkauft sein.

Wie man sieht und wie ich eingestehen muss, ist es wirklich ganz einfach. Man schreibt einfach ein Buch, sendet es einfach an den Verlag und wird einfach berühmt, äußerst wohlhabend, schreibt in Vollzeit (das heißt täglich eine halbe Stunde) Bücher und lebt das Leben. So gesehen ist es direkt unverständlich, warum so viele einen derartigen Zinnober ums Buchschreiben machen, anstatt es einfach zu machen.